| Lou Bega |
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![]() … wo wir schon bei Nummer-eins-Hits sind, hier ist noch einer: Lou Bega, eigentlich David Lubega, ist ein in München geborener, in unglaublich vielen Ländern sagenhaft erfolgreicher Latin-Popstar. In ganz wenigen Fällen hängt der ganze Erfolg so sehr von einem einzigen, alles überstrahlenden Hit ab wie in diesem. Lou Bega ist Jahrgang 1975, der Vater stammt aus Uganda, die Mutter aus Italien, den Hang zu Latin-Rhythmen hat der Mann seit einem längeren Aufenthalt in Florida. Dort absolviert er die Schule, kehrt nach München heim und lernt die Leute kennen, die mit ihm den „Mambo No. 5“ veröffentlichen, die Modernisierung eines Instrumentalstückes Pérez Prados, eines Kubaners, der König des Mambos, der das Stück 1952 in Mexiko veröffentlicht. Es sind verrückte Wege, die die Musik heute geht. „Mambo No. 5“ ist der Sommerhit 1999, und irgendwie auch der des Winters, des nächsten Frühlings und des Sommers darauf. Was schreibt man nur über Lou Bega, nachdem „Mambo No. 5“ erwähnt ist? Platz eins der deutschen Single-Charts, in Frankreich ist das Lied mit 26 Wochen der beständigste Nummer-1-Hit bisher, in mehr als 20 Ländern erklimmt das Lied die Nummer 1. Gut, auch das Debütalbum, das im selben Jahr veröffentlicht wird, läuft prächtig. „A Little Bit Of Mambo“ wird von dem Superhit getragen, die Leute verwechseln beim Einkauf die CDs („A Little Bit Of Monica“). „I Got A Girl“, die zweite Single, läuft noch im Windschatten des Superhits, danach geht die Nachfrage rapide zurück. Obwohl – das ist nicht richtig, die Leute wollen weiterhin Lou Bega, einen wirklich sympathischen Typen, einen gewandten Redner, einen charmanten Bühnenarbeiter, der ein wenig wirkt, als gehöre er in eben die Zeit, deren Musik er sich verschrieben hat. Und die Leute wollen natürlich „Mambo No. 5“ (ein letztes Mal, versprochen). Lou Bega gehört eine Weile in jede Fernsehshow, tritt bei Jay Leno auf, muss sein Lied bei „Wetten, dass …?!“ gleich zweimal hintereinander singen, weil sich die Leute nicht beruhigen lassen, er tritt im mexikanischen Fernsehen auf und spricht vor einem Millionenpublikum ein Gebet am Grabe Pérez Prados. Er wird mit Preisen überhäuft, wird immerhin für einen Grammy nominiert, tourt mit Cher, und seiner vielköpfigen Band durch die USA. Die ganze Aufregung dauert so lange, dass sie nahtlos in die Werbearbeit für das zweite Album übergeht. BMG hat den Mann unter Vertrag, die Welt liegt ihm zu Füßen, er veröffentlicht im Mai 2001 mit „Ladies And Gentlemen“ ein Album, das eigentlich noch einen Tick runder als das Debüt ist, mit „Just A Gigolo“ beginnt und einem Duett mit dem 2003 verstorbenen Kubaner Compay Segundo (superbekannt aus dem Film „Buena Vista Social Club“) endet, reichlich auf Altbewährtes, die eigenen Stärken und alles, was man sonst noch zu beachten hat, wenn man Erfolg haben möchte, setzt – aber das Album ist im Vergleich zum Vorgänger ein Flop. Es kraxelt irgendwo hinten bei den Top 50 herum, den Singles „Gentleman“ und „Just A Gigolo“ ergeht es nicht besser. Da kann man mal sehen, was so ein Megasuperhit auch für eine Last sein kann. Glücklicherweise ist Lou Bega nicht auf das eine angewiesen, ihm geht es recht gut. Er wird für ein Computerspielprojekt von Walt Disney gebucht, moderiert Galas, Preisverleihungen und Musikevents, kann es sich so leisten, an seinen musikalischen Visionen weiterzuschrauben. „Lounatic“, das nächste Album, floppt – wenn man übersieht, dass er sich einige osteuropäische Märkte sichert. In Russland bleibt Lou Bega sehr populär, die erste Single „Bachata“ spielt er mit der ukrainischen Girl-Group Alibi ein. Für 2008 ist ein nächstes Album angekündigt. Hier lief im Radio gerade „Mambo No. 5“. Für einen ganz großen Erfolg ist es noch zu früh. |





































